Allgemeine Infos über den Landeskrippen-verband Oberösterreich des Verbandes der Krippenfreunde Österreichs


Der Landeskrippenverband Oberösterreich des Verbandes der Krippenfreunde Österreichs (kurz: OÖ. Krippenfreunde, ZVR 117068687) ist eine kulturelle Vereinigung, die sich der Pflege und Förderung des Krippenwesens, sowie der Heiligengräber auf religiöser, künstlerischer und volkskundlicher Grundlage verschrieben hat.

 

Gründung:

 

Der Vorstand wurde im März 1955 nach einer einjährigen Vorbereitungsarbeit gegründet und versendet zweimal jährlich ein informelles Druckwerk an die Mitglieder. Vom Dachverband (Verband der Krippenfreunde Österreichs) erhält jedes Mitglied zusätzlich "viermal jährlich" die Proschüre „Der Krippenfreund“ zugesandt.

 

Krippengebiete:

 

Die Traditionellen Krippengebiete in Oberösterreich sind das Salzkammergut, mit seinen Landschaftskrippen einschließlich ihrer typischen alpenvorländischen Objekte, sowie die Region um Steyr (Enns- und Steyrtal) mit den Nagelschmiedkrippen und Loahmmandl (reliefmäßige Tonfiguren).

 

Landeskrippenbauschule:

 

Mit der Errichtung der oö Landeskrippenbauschule in Geboltskirchen

ist die Renaissance des Krippenbauwesens bei den

OÖ. Krippenfreunden eingeleitet worden. Durch eine vermehrte Ausbildung von qualitativen Krippenbaumeistern konnte das Krippenbauen nach alten und modernen Motiven wesentlich gesteigert, die bereits vergessenen Traditionen geweckt und gleichzeitig die künstlerische Gestaltungen an die nächste Generation weiter gegeben werden.

 

Öffentlichkeitsbild:

 

Das Ziel des Landesverbandes OÖ, christliches Kulturgut zu erhalten und die damit verbundenen Werte an die Jugend weiter zu vermitteln wird vor allem von den einzelnen Birks- und Ortsorganisationen vorbildlich verwirklicht. Moderne Krippen werden von den jungen Krippenbauern in neuzeitigen Techniken erstellt, sie machen bereits Einzug in unsere Zeit, und beleben den oö Krippenbaugedanken.

Diese vorliegenden Homepageseiten sollen jeden Betrachter ein modernes und transparentes Spiegelbild der OÖ. Krippenfreunde zeigen.

 

Landesobmänner seit der Gründung:

 

1955 – 1963  geistl. Rat Felix Königseder (Wels)

1964 – 2000  Prof. Dr. Franz Baumann (Linz)

2001 – 2011  Kons. Wolfgang Bauer (Garsten) ausgetreten

2012 –           Kons. Karl Hennerbichler (Steyr).


Ein großer Freund des Krippenbaus ist von uns gegangen

Nachruf, Kons. Ahammer Josef

Krippenbaumeister Konsulent Josef Ahammer 1945 - 2020

  

  Am 16. März 1945 in Ebensee geboren, wuchs Josef Ahammer in einer der Hochburgen des Krippenbaues auf. Schon als Volksschüler kannte er nichts Schöneres als mit seinem Vater im Herbst Krippenmoos zu holen und beim Aufbau der kleinen Landschaftskrippe zu helfen. Sein Vater lehrte ihn, kleine Almhütten und Krippenställe zu  bauen. Mit 10 Jahren malte er sein erstes Hintergrundbild für eine Krippe.

 

  Im Alter von 36 Jahren begann er, sich seine eigene Landschaftskrippe zu bauen und stellte diese nach 15 Jahren im Jahr 1996 fertig. Genau diese Landschaftskrippe sollte später ein wesentlicher Teil der Oberösterreichischen Landeskrippenbauschule werden. Sie wurde von Ihm dem Krippenverein auf Lebenszeit zur Verfügung gestellt.

 

   Im Jahr 1980 beschloss die Familie Ahammer (Gattin Elfriede, 3 eigene, 2 Pflegekinder) ihren Wohnsitz vom Salzkammergut in den Hausruck nach Geboltskirchen zu verlegen und sich dort ein Eigenheim zu errichten. Somit war in dieser Gegend der erste und lange Zeit einzige Krippenbauer angesiedelt. Als einer der ersten Räume wurde im Keller eine Krippenwerkstatt eingerichtet und Weihnachtskrippen für Verwandte und Bekannte gebaut.

 

   Von 1985 an fuhr Josef Ahammer  9 Jahre lang jährlich zu Rudi Aitenbichler nach Lauffen um seine Kenntnisse und Fähigkeiten im Krippenbau zu vervollkommnen. Im Jahr 1995 begann er die vierjährige Ausbildung zum Krippenbaumeister in der Krippenbauschule Innsbruck und schloss 1998 mit der Meisterprüfung ab. Die Hintergrundmalerei perfektionierte er mit dem Besuch von unzähligen Kursen.

 

   Seit dem Jahr 1999, in dem sein erster Krippenbaukurs mit 10 Teilnehmern im Pfarrheim abgehalten wurde gab Josef Ahammer sein Wissen und Können in aufopfernder Weise an Interessierte weiter. In Geboltskirchen löste er einen regelrechten Krippenboom aus. Jährlich werden im Frühjahr und Herbst Krippenbaukurse abgehalten und diese sind auf Jahre hinaus ausgebucht. Um dem Zuspruch am Krippenbauen in dieser Region Herr werden zu können, gründete sich auf Initiative von Josef Ahammer im Jahr 2003 eine Arbeitsgemeinschaft, die die Organisation der Kurse und Ausstellungen weitestgehend übernahm und er sich wieder ganz dem Krippenbau widmen konnte. Dem im Jahr 2005 gegründeten Verein der Krippenfreunde Hausruck Geboltskirchen mit mittlerweile mehr als 150 Mitgliedern stand er als Vorstandsmitglied mit Rat und Tat zur Seite.

 

   Sehr großer Beliebtheit erfreuen sich auch die Krippenbaukurse mit den Volksschulkindern, welche lange Jahre von Josef Ahammer abgehalten wurden.

 

   Besondere Verdienste erwarb sich Josef Ahammer durch seine Fähigkeit, gute Krippenbauer zu erkennen, sie zu fördern und seine Inspirationen auf sie zu übertragen. So schloss im Jahr 2006 mit Wolfgang Seiringer der erste Geboltskirchner die Ausbildung zum Krippenbaumeister ab.

 

   Mit der Vergabe der Oö. Landeskrippenbauschule an Geboltskirchen und der Bestellung Josef Ahammers zum Schulleiter stellte sich ihm mit der Gestaltung der Lehrgangsmodelle eine neue Herausforderung. Das Ergebnis war typisch oberösterreichisch, durchkomponiert und den Anforderungen eines Krippenbaumeisters entsprechend. Lob und Anerkennung über die Landesgrenzen hinaus bestätigten den richtigen Weg.

 

  Mit der Abhaltung des 1. Lehrganges im April 2006 wurde ein erster Höhepunkt im Schaffen Josef Ahammers erreicht, der mit der Eröffnung der Oö. Landeskrippenbauschule am 2. Juli 2006 übertroffen wurde. Von den zahlreichen Ehrengästen wurde er als der „Vater des Krippenbaues“ in Geboltskirchen gewürdigt.

 

   Am 28. Jänner 2007 wurde Josef Ahammer zum Ehrenmitglied des OÖ. Landeskrippenverbandes ernannt und anlässlich der Bundestagung in Wien am 3. März 2007 erhielt er aus der Hand des Präsidenten das Ehrenzeichen in Silber des Österreichischen Krippenverbandes für seine Verdienste um das Krippenwesen in Österreich.

 

   Am 8. Juli 2013 wurde Josef Ahammer vom Oberösterreichischen Landeshauptmann in Würdigung seiner langjährigen Verdienste zum Konsulenten für Volksbildung und Heimatpflege ernannt.

 

In den letzten Jahren widmete sich Josef Ahammer verstärkt der Malerei und der Neugestaltung seiner Landschaftskrippe.

 

Konsulent Josef Ahammer war in Geboltskirchen eine tragende Säule des kulturellen Lebens geworden und erfreute sich außergewöhnlicher Beliebtheit in der Bevölkerung und bei seinen Krippenbauern.

 

Am Samstag, 18.Juli 2020 hat Ihn der Herrgott nach langem Leiden zu sich gerufen.

 

Gloria et Pax

Nachruf von Johannes Baumgartner